Interactive Brokers im Test: Globaler Zugang & TWS
Der globale Goldstandard unter den Brokern – 150+ Märkte, SEC/FCA/BaFin-Regulierung und die mächtigste Handelsplattform der Branche. Portrait für anspruchsvolle Trader.
Interactive Brokers auf einen Blick
Interactive Brokers (IBKR) wurde 1978 von Thomas Peterffy gegründet und ist an der NASDAQ gelistet (Ticker: IBKR). Mit einer Marktkapitalisierung von über 70 Milliarden USD, einer regulatorischen Präsenz in über 35 Ländern und dem Zugang zu mehr als 150 Märkten in 33 Ländern ist Interactive Brokers der größte und am breitesten aufgestellte Broker der Welt. Für Forex-Trader bedeutet das: Zugang zu echtem Interbanken-Forex (kein CFD), tiefste institutionelle Liquidität und eine Sicherheitsinfrastruktur, die ihresgleichen sucht.
Gründung1978 (Greenwich, CT, USA)
RegulierungSEC · FINRA · FCA · BaFin · 15+ weitere
EUR/USD Spreadab 0,2 Pips + Kommission
Kommission Forexab 2,00 USD/Lot (volumenabh.)
Mindesteinzahlung0 USD (keine)
Hebel (Retail)1:30 (EU) / 1:40 (US Forex)
PlattformTWS · GlobalTrader · IBKR Mobile · Client Portal
Interactive Brokers verfügt über die umfassendste Regulierungsstruktur aller Broker in diesem Vergleich. Die europäische Entität Interactive Brokers Ireland Limited wird von der Central Bank of Ireland (CBI) reguliert und ist zusätzlich bei der BaFin als grenzüberschreitender Dienstleister registriert. Weltweit hält IBKR Lizenzen bei über 15 Aufsichtsbehörden, darunter die US-amerikanische SEC und FINRA, die britische FCA, die australische ASIC, die japanische FSA und die kanadische IIROC.
Die NASDAQ-Notierung (Marktkapitalisierung über 70 Milliarden USD) schafft ein Maß an Unternehmenstransparenz, das nur wenige Broker bieten. Quartalsbilanz, SEC-Filings, unabhängige Wirtschaftsprüfung und die strenge Berichtspflicht an die US-Börsenaufsicht machen Interactive Brokers zum transparentesten Broker am Markt. Das regulatorische Eigenkapital von über 15 Milliarden USD bietet zusätzlich einen Sicherheitspuffer, der in der Branche seinesgleichen sucht.
Für europäische Kunden gilt der ICF-Schutz (Investor Compensation Fund) bis 20.000 € pro Kunde. Das IBKR-Engagement bei der Absicherung von Kundengeldern geht jedoch über das gesetzliche Minimum hinaus: Alle Kundengelder werden segregiert bei erstklassigen Banken verwahrt, und die breite Regulierungsstruktur reduziert das Kontrahentenrisiko auf ein Minimum.
Trader Workstation (TWS): Mächtig, aber komplex
Die Trader Workstation ist das Flaggschiff von Interactive Brokers und die wohl mächtigste Handelsplattform, die Retail-Tradern zur Verfügung steht. TWS bietet Zugang zu allen 150+ Märkten in einer einzigen Anwendung: Aktien, Optionen, Futures, Forex, Bonds, Fonds und ETFs lassen sich über ein zentrales Interface analysieren und handeln. Die Tiefe der Analyse-Tools, Ordermöglichkeiten und Risikomanagement-Funktionen übertrifft selbst MetaTrader 5 oder cTrader deutlich.
Die Kehrseite: TWS ist komplex und hat eine steile Lernkurve. Die Oberfläche wirkt für Einsteiger überwältigend, und die Einrichtung eines Forex-Trades erfordert mehr Schritte als bei einem reinen Forex-Broker wie Pepperstone oder FP Markets. IBKR hat mit GlobalTrader und IBKR Mobile vereinfachte Alternativen geschaffen, die sich aber primär an Aktien-Investoren richten.
Praxis-Tipp: Nutzen Sie das Paper-Trading-Konto von Interactive Brokers, um sich mit TWS vertraut zu machen, bevor Sie Echtgeld einsetzen. Die Einarbeitung dauert je nach Vorkenntnissen 2–4 Wochen, zahlt sich aber langfristig aus, da TWS Möglichkeiten bietet, die bei keinem anderen Retail-Broker verfügbar sind.
Forex bei IBKR: Echtes Interbanken-Trading
Ein fundamentaler Unterschied zu den meisten anderen Brokern in diesem Vergleich: Bei Interactive Brokers handeln Sie echtes Interbanken-Forex – keine CFDs. Sie kaufen und verkaufen tatsächliche Währungspaare, die auf Ihrem Konto als Währungsbestände gehalten werden. Das bedeutet: keine Swap-Gebühren im klassischen Sinne (stattdessen Zinsunterschiede auf Ihre Währungspositionen), kein Dealing Desk und keine synthetischen Preise.
Die Spreads beginnen bei ca. 0,2 Pips auf EUR/USD mit einer volumenabhängigen Kommission ab 2,00 USD pro Lot. Bei höherem Volumen sinkt die Kommission stufenweise – ein Modell, das Vieltrader belohnt. In den All-in-Kosten (Spread + Kommission) liegt IBKR für aktive Trader auf dem Niveau von FP Markets und Pepperstone, bietet dafür aber den Zugang zu echtem Interbanken-Forex statt CFDs.
Der Nachteil des Interbanken-Modells: Es gibt keinen Negativsaldoschutz auf Spot-Forex-Positionen (nur auf CFDs). Trader mit Spot-Forex-Positionen können theoretisch mehr als ihre Einlage verlieren. IBKR bietet jedoch Margin-Alerts und automatische Liquidation bei Unterschreitung der Mindestmargin, was das Risiko in der Praxis begrenzt. Für sicherheitsbewusste Trader empfiehlt sich die Nutzung der CFD-Variante, die Negativsaldoschutz beinhaltet.
Kosten und Gebührenstruktur
Interactive Brokers gilt als einer der günstigsten Broker für aktive Trader, allerdings ist die Gebührenstruktur komplexer als bei reinen Forex-Brokern. Die Forex-Kommission beginnt bei 2,00 USD pro 100.000 USD Handelsvolumen und sinkt bei steigendem Monatsvolumen stufenweise auf bis zu 0,80 USD. Es gibt keine Mindesteinzahlung, keine Inaktivitätsgebühren (seit 2021 abgeschafft) und keine Kontoführungsgebühren.
Für Multi-Asset-Trader ist IBKR besonders attraktiv: Sie können Forex, Aktien, Optionen und Futures über ein einziges Konto handeln – mit konsistenten, niedrigen Gebühren über alle Assetklassen hinweg. Das spart die Kosten für mehrere Konten bei verschiedenen Brokern und vereinfacht das Portfolio-Management erheblich.
SEC + FCA + BaFin (registriert) + 15 weitere Regulierer
Volumenabhängige Kommissionen – günstiger bei mehr Handel
TWS: mächtigste Retail-Plattform am Markt
Keine Mindesteinzahlung, keine Inaktivitätsgebühren
Multi-Asset: Aktien, Optionen, Futures, Forex, Bonds in einem Konto
Nachteile
TWS-Plattform sehr komplex – steile Lernkurve
Nicht für Forex-Einsteiger geeignet
Kein Negativsaldoschutz auf Spot-Forex (nur CFDs)
Kein MetaTrader, kein cTrader – nur eigene Plattformen
Gebührenstruktur komplex (volumenabhängig, tiered)
Kundenservice eher funktional als persönlich
Kontoeröffnung aufwendiger als bei reinen Forex-Brokern
Fazit: Für wen eignet sich Interactive Brokers?
Interactive Brokers ist der Broker für erfahrene, anspruchsvolle Trader, die maximale Sicherheit, globalen Marktzugang und institutionelle Konditionen in einem Paket suchen. Wer neben Forex auch Aktien, Optionen und Futures handeln möchte und bereit ist, die steile Lernkurve der TWS zu meistern, findet bei IBKR das objektivste und sicherste Handelsumfeld am Markt.
Nicht geeignet ist Interactive Brokers für Forex-Einsteiger (zu komplex), für Trader, die MetaTrader oder cTrader bevorzugen (nicht verfügbar), oder für Gelegenheitstrader, die eine einfache, intuitive Oberfläche suchen. Für diese Zielgruppen empfehlen wir XTB (Einsteiger), Pepperstone (aktive Trader mit BaFin-Regulierung) oder IG (Sicherheit + Benutzerfreundlichkeit).
Weiterlesen: Vergleichen Sie Interactive Brokers mit Saxo Bank, IG und Swissquote in der Kategorie Security & Institutional, oder erfahren Sie mehr über die verschiedenen Kontoarten im Forex-Handel.
Empfehlung des Autors
Ringo Dühmke
Unabhängig davon, für welchen Broker Sie sich entscheiden: Ich empfehle jedem Einsteiger, den Forex-Handel zunächst risikofrei mit einem Demo-Konto zu testen. Mein persönlicher Favorit ist XTB – mit der preisgekrönten xStation 5, BaFin-Regulierung aus Berlin, deutschsprachigem Support und der hauseigenen Academy ist XTB der ideale Startpunkt. Das Demo-Konto ist kostenlos und unverbindlich.
Das Handeln mit Wertpapieren, einschließlich Devisen und CFDs, birgt ein hohes Verlustrisiko. Zwischen 74 % und 89 % der Privatanlegerkonten verlieren Geld beim Handel mit CFDs. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie diese Instrumente funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, Ihr Geld zu verlieren.