Währungen – das Fundament des Devisenhandels

Sämtliche Transaktionen am Forex-Markt basieren auf dem Handel mit Währungen. Mit einem täglichen Volumen von rund 9,6 Billionen US-Dollar (BIZ-Erhebung 2025) bilden sie die Grundlage des gesamten globalen Devisenhandels. Dabei werden Währungen stets in Paaren gehandelt, da sich der Wert einer Währung immer nur im Verhältnis zu einer anderen definieren lässt – zum Beispiel EUR/USD oder USD/JPY.

Der US-Dollar ist mit großem Abstand die dominierende Kraft am Devisenmarkt. Er ist laut der BIZ-Dreijahresumfrage 2025 an 89,2 % aller Transaktionen beteiligt. Dahinter folgen der Euro mit 28,9 %, der Japanische Yen mit 16,8 %, das Britische Pfund mit 10,2 %, der Chinesische Renminbi mit 8,5 % und der Schweizer Franken mit 6,4 %. Da bei jedem Geschäft zwei Währungen beteiligt sind, ergibt die Summe aller Anteile 200 %.

Rang Währung ISO-Code Anteil (BIZ 2025) Veränderung
1 US-Dollar USD 89,2 % ↑ von 88,4 %
2 Euro EUR 28,9 % ↓ von 30,6 %
3 Japanischer Yen JPY 16,8 % → unverändert
4 Britisches Pfund GBP 10,2 % ↓ von 12,9 %
5 Chinesischer Renminbi CNY 8,5 % ↑ Aufwärtstrend seit 2013
6 Schweizer Franken CHF 6,4 % ↑ von Rang 8 auf 6
Quelle: Alle Währungsanteile basieren auf der Dreijahresumfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), veröffentlicht im September 2025. Da bei jeder Transaktion zwei Währungen beteiligt sind, summieren sich die Einzelanteile auf 200 %.

Die sechs wichtigsten Forex-Währungen im Detail

USD Der US-Dollar 89,2 % Marktanteil

Der US-Dollar ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die unangefochtene Leitwährung der Welt. Nach dem Bretton-Woods-Abkommen von 1944 wurde er zur internationalen Reservewährung, und auch nach dem Übergang zu freien Wechselkursen im Jahr 1973 hat er diese Rolle nie verloren. Der Dollar ist die Standardwährung für den globalen Rohstoffhandel – Öl, Gold und andere Rohstoffe werden überwiegend in US-Dollar abgerechnet.

Laut der BIZ-Erhebung 2025 ist der US-Dollar an 89,2 % aller Forex-Transaktionen beteiligt – ein Anstieg gegenüber 88,4 % im Jahr 2022. Diese Dominanz bedeutet, dass praktisch jedes bedeutende Währungspaar am Forex-Markt den Dollar enthält. Die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve haben daher Auswirkungen auf den gesamten globalen Devisenmarkt.

EUR Der Euro 28,9 % Marktanteil

Der Euro wurde 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld eingeführt und ist heute die offizielle Währung von 20 EU-Mitgliedsstaaten der Eurozone. Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten hat sich der Euro zur zweitwichtigsten Währung am Forex-Markt entwickelt. Das Währungspaar EUR/USD ist mit einem Anteil von rund 25 % am globalen Devisenumsatz das meistgehandelte Paar überhaupt.

Die einheitliche Währung bietet den Mitgliedsstaaten erhebliche Vorteile im Handel untereinander, da Wechselkursrisiken und Umrechnungskosten innerhalb der Eurozone entfallen. Gleichzeitig bedeutet die gemeinsame Währung, dass wirtschaftliche Probleme einzelner Mitgliedsstaaten den gesamten Euro beeinflussen können, wie die europäische Schuldenkrise ab 2010 eindrucksvoll gezeigt hat. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt ist der wichtigste Einflussfaktor für den Euro-Kurs.

JPY Der Japanische Yen 16,8 % Marktanteil

Der Japanische Yen steht an dritter Stelle der meistgehandelten Währungen und spielt eine besondere Rolle am Forex-Markt. Japan verfolgte über Jahrzehnte eine extrem lockere Geldpolitik mit Leitzinsen nahe null Prozent, was den Yen zur bevorzugten Finanzierungswährung für sogenannte Carry Trades machte – Geschäfte, bei denen Händler sich günstig in Yen verschulden, um in höher verzinste Währungen zu investieren.

Eine bedeutende Wende zeichnete sich 2024 ab, als die Bank of Japan erstmals seit 17 Jahren die Leitzinsen anhob und damit begann, ihre ultralockere Geldpolitik schrittweise zu normalisieren. Diese Kursänderung führte zu erheblichen Bewegungen am Devisenmarkt und einer deutlichen Aufwertung des Yen. Das Währungspaar USD/JPY verzeichnete in der BIZ-Erhebung 2025 einen Anstieg des Handelsvolumens um 35 % gegenüber 2022.

GBP Das Britische Pfund 10,2 % Marktanteil

Das Britische Pfund Sterling ist eine der ältesten noch aktiven Währungen der Welt und blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Am Forex-Markt hält es mit einem Anteil von 10,2 % den vierten Platz, verzeichnete allerdings in der BIZ-Erhebung 2025 einen deutlichen Rückgang gegenüber 12,9 % im Jahr 2022.

Das einschneidendste Ereignis der jüngeren GBP-Geschichte war der Brexit. Das Referendum im Juni 2016, bei dem sich die britische Bevölkerung für den EU-Austritt entschied, löste einen sofortigen Kurseinbruch des Pfundes aus. Der EUR/GBP-Kurs stieg sprunghaft an und das Pfund verlor gegenüber dem Dollar innerhalb weniger Wochen rund 15 % an Wert. Auch nach dem formalen EU-Austritt im Januar 2020 und den anschließenden Handelsverhandlungen blieb die Volatilität hoch. Das Währungspaar GBP/USD, am Markt traditionell als „Cable" bekannt, wurde in der BIZ-Erhebung 2025 erstmals vom Paar USD/CNY als drittwichtigstes Währungspaar überholt.

CNY Der Chinesische Renminbi 8,5 % Marktanteil

Der Chinesische Renminbi, auch Yuan genannt, ist der große Aufsteiger unter den Forex-Währungen. Sein Handelsanteil befindet sich seit 2013 in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend und erreichte in der BIZ-Erhebung 2025 einen Anteil von 8,5 %. Das Währungspaar USD/CNY hat dabei sogar GBP/USD als drittwichtigstes Paar weltweit abgelöst – ein Volumenanstieg von 59 % gegenüber 2022.

Chinas wachsende wirtschaftliche Bedeutung und die staatlichen Bemühungen, den Renminbi als internationale Handels- und Reservewährung zu etablieren, treiben diese Entwicklung voran. Gleichzeitig unterliegt der Renminbi nach wie vor einer strikten Kontrolle durch die People's Bank of China, die seinen Kurs über ein System des kontrollierten Floatens steuert. Diese staatliche Steuerung macht den Renminbi zu einer besonderen Währung am Forex-Markt, die sich in ihrem Verhalten von frei handelbaren Währungen unterscheidet.

CHF Der Schweizer Franken 6,4 % Marktanteil

Der Schweizer Franken gilt seit jeher als „sicherer Hafen" unter den Währungen. In wirtschaftlich oder politisch unsicheren Zeiten fließt verstärkt Kapital in den Franken, was zu einer Aufwertung führt. Diese Eigenschaft spiegelt die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, die politische Neutralität des Landes und den Ruf des Schweizer Finanzsektors wider.

In der BIZ-Erhebung 2025 verbesserte sich der Franken von Rang 8 auf Rang 6 der meistgehandelten Währungen, mit einem Marktanteil von 6,4 %. Das Handelsvolumen im Paar USD/CHF stieg um 60 % gegenüber 2022. Ein prägendes Ereignis in der jüngeren Geschichte des Frankens war der 15. Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) überraschend den seit 2011 geltenden EUR/CHF-Mindestkurs von 1,20 aufhob. Der Franken wertete daraufhin innerhalb von Minuten massiv auf und verursachte erhebliche Verluste bei zahlreichen Marktteilnehmern und Brokern.

Welche Faktoren beeinflussen die Währungskurse?

Die Wechselkurse am Forex-Markt werden durch ein komplexes Zusammenspiel wirtschaftlicher, politischer und psychologischer Faktoren bestimmt. Die wichtigsten Einflussfaktoren, die jeder Forex-Trader im Blick behalten sollte:

Leitzinsentscheidungen der Notenbanken
Inflationsentwicklung
Wirtschaftswachstum (BIP)
Arbeitsmarktdaten
Politische Ereignisse und Wahlen
Handelsbilanzen und Kapitalflüsse
Entscheidungen der Zentralbanken (EZB, Fed)
Rohstoffpreise (Öl, Gold)
Geopolitische Krisen und Konflikte
Marktstimmung und Risikobereitschaft

Besonders die geldpolitischen Entscheidungen der großen Notenbanken – der US-amerikanischen Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank, der Bank of Japan und der Bank of England – haben unmittelbare und oft starke Auswirkungen auf die Wechselkurse. Erfahrene Forex-Trader beobachten daher nicht nur die Zinsentscheidungen selbst, sondern auch die begleitenden Erklärungen und Protokolle dieser Institutionen, um frühzeitig Veränderungen in der Geldpolitik zu erkennen.

Weiterlesen: Vertiefen Sie Ihr Wissen über die einzelnen Einflussfaktoren in unseren Artikeln zu den Themen Zinssätze, Weltpolitik, Wirtschaftswachstum, Kapitalfluss und Handelsfluss sowie Fusionen und Firmenbewegungen.
Risikohinweis

Hinweis: Beim CFD-Handel unterliegt Ihr Kapital einem Risiko. Der Finanzhandel (wie Devisen, Rohstoffe, Indizes und Aktien) mit einem Hebel ist mit einem hohen Risiko verbunden und daher nicht für sicherheitsbewusste Anleger geeignet. Ziehen Sie sorgfältig Ihre Ziele beim Investieren, Ihre finanzielle Situation, Ihre Bedürfnisse sowie Ihre Erfahrungen und Kenntnis der Materie in Betracht, bevor Sie mit dem Online-Handel beginnen. Beachten Sie, dass vergangene Gewinne keine Garantie für die zukünftige Performance sind.