Welche Kosten entstehen beim Forex-Handel?
Beim Forex-Trading fallen grundsätzlich andere Gebühren an als bei klassischen Aktiengeschäften. Anders als an der Börse, wo Ordergebühren oder Provisionen pro Transaktion berechnet werden, verdienen die meisten Forex-Broker ihr Geld über den sogenannten Spread – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Währungspaares. Zusätzlich können je nach Handelsstil und Broker weitere Kosten anfallen, die Einsteiger kennen sollten.
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Spread
Hauptkostenfaktor: Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Fällt bei jedem Trade an.
🌙
Swap / Overnight
Finanzierungskosten für Positionen, die über Nacht gehalten werden.
💰
Kommission
Feste Gebühr pro Lot bei ECN-/Pro-Konten, dafür engere Spreads.
⏸️
Nebenkosten
Inaktivitätsgebühren, Währungsumrechnungen, ggf. Auszahlungsgebühren.
Der Spread: Die zentrale Gebühr beim Forex-Handel
Der Spread ist die wichtigste und häufigste Gebühr im Devisenhandel. Er bezeichnet die Differenz zwischen dem Briefkurs (Ask), zu dem Sie ein Währungspaar kaufen können, und dem Geldkurs (Bid), zu dem Sie es verkaufen können. Wird Ihnen beispielsweise EUR/USD mit einem Kaufkurs von 1,0852 und einem Verkaufskurs von 1,0850 angezeigt, beträgt der Spread 2 Pips (also 0,0002).
In der Praxis bedeutet das: Jede neue Position startet mit einem kleinen Minus, da Sie beim Kauf den höheren Ask-Preis zahlen, beim sofortigen Schließen aber nur den niedrigeren Bid-Preis erhalten. Der Kurs muss sich also zunächst um mindestens den Spread in Ihre Richtung bewegen, bevor der Trade profitabel wird. Bei einem Spread von 0,9 Pips auf EUR/USD und einem Standard-Lot (100.000 Einheiten) entspricht das einem Kostenpunkt von etwa 9 USD pro Trade.
Wie hoch der Spread ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab: Hauptwährungspaare wie EUR/USD, GBP/USD oder USD/JPY bieten die engsten Spreads, da sie die höchste Liquidität besitzen. Exotische Paare wie USD/TRY oder EUR/ZAR haben deutlich breitere Spreads. Darüber hinaus weiten sich Spreads in Zeiten geringer Liquidität – etwa nachts während der asiatischen Handelszeit – oder rund um wichtige Wirtschaftsereignisse wie Zinsentscheidungen der Zentralbanken spürbar aus.
Spread-Modelle: Variabel vs. fix
Die meisten modernen Broker arbeiten mit variablen Spreads, die sich je nach Marktsituation verändern. In ruhigen Marktphasen mit hoher Liquidität sind die Spreads besonders eng; bei hoher Volatilität oder geringem Handelsvolumen können sie sich deutlich ausweiten. Einige Broker bieten alternativ fixe Spreads an, die unabhängig von der Marktlage konstant bleiben – dafür aber in der Regel etwas höher angesetzt sind.
Swap-Gebühren: Was Übernacht-Positionen kosten
Wer eine Forex-Position über Nacht offen lässt, zahlt oder erhält sogenannte Swap-Gebühren (auch Rollover- oder Overnight-Finanzierungskosten genannt). Diese basieren auf der Zinsdifferenz der beiden gehandelten Währungen. Da Sie beim Forex-Handel eine Währung kaufen und gleichzeitig eine andere verkaufen, ergibt sich aus den unterschiedlichen Leitzinsen ein Zinsunterschied, der täglich verrechnet wird.
Ein Beispiel: Wenn Sie EUR/USD long handeln (Euro kaufen, Dollar verkaufen), zahlen Sie den Zins auf die geliehenen Dollar und erhalten den Zins auf die gekauften Euro. Liegt der US-Leitzins über dem EZB-Leitzins, ist die Swap-Gebühr für Long-Positionen in der Regel negativ – Sie zahlen also drauf. Für Short-Positionen kann es in diesem Fall eine Gutschrift geben.
Achtung bei mittwochs: Swap-Gebühren werden an fünf Handelstagen insgesamt sieben Mal berechnet. Am Mittwochabend wird der dreifache Swap fällig (für Mittwoch, Samstag und Sonntag). Für Swing-Trader und Positionstrader können sich die Overnight-Kosten über Wochen und Monate zu erheblichen Beträgen summieren. Daytrader, die alle Positionen vor Handelsschluss schließen, umgehen Swap-Gebühren vollständig.
Tipp: Die aktuellen Swap-Sätze für jedes Währungspaar finden Sie in der Handelsplattform Ihres Brokers. Bei XTB können Sie den integrierten Rechner der xStation 5 nutzen, bei Pepperstone sind die Swap-Raten direkt in MetaTrader oder TradingView einsehbar. Prüfen Sie die Swap-Kosten immer, bevor Sie eine Position über Nacht halten.
Kommissionen: Spread-Konto vs. ECN-Konto
Bei den meisten Forex-Brokern können Trader zwischen zwei Kontomodellen wählen, die sich grundlegend in der Gebührenstruktur unterscheiden. Im Standard-Konto (auch Spread-Konto genannt) sind alle Kosten im Spread eingepreist; eine separate Kommission fällt nicht an. Im ECN- bzw. Pro-Konto (auch Razor-Konto bei Pepperstone) erhalten Trader deutlich engere Spreads, zahlen dafür aber eine feste Kommission pro gehandeltem Lot.
Welches Modell günstiger ist, hängt vom Handelsvolumen und Handelsstil ab. Für Einsteiger mit kleineren Positionsgrößen ist das Standard-Konto oft die einfachere Wahl, da alle Kosten transparent im Spread enthalten sind. Aktive Trader mit höherem Volumen profitieren in der Regel vom Pro-Konto, da die Gesamtkosten (Spread plus Kommission) häufig unter denen des Standard-Kontos liegen.
| Kostenart |
XTB Standard |
XTB Pro |
Pepperstone Standard |
Pepperstone Razor |
| EUR/USD Spread |
ab 0,8 Pips (Ø 0,9) |
ab 0,1 Pips |
ab 1,0 Pips (Ø 1,1) |
ab 0,0 Pips (Ø 0,1) |
| Kommission |
Keine |
3,50 € pro Lot / Seite |
Keine |
2,60 € pro Lot / Seite |
| Gesamtkosten EUR/USD * |
ca. 9 USD / Lot |
ca. 8 USD / Lot |
ca. 11 USD / Lot |
ca. 6,20 USD / Lot |
| GBP/USD Spread |
ab 1,3 Pips |
ab 0,3 Pips |
ab 1,3 Pips |
ab 0,0 Pips |
| DAX (Germany 40) |
ab 0,7 Punkte |
ab 0,7 Punkte |
ab 1,0 Punkt |
ab 0,5 Punkte |
* Gerundete Gesamtkosten pro Round-Trip (Öffnen + Schließen) bei 1 Standard-Lot auf EUR/USD. Durchschnittswerte; tatsächliche Kosten variieren je nach Marktsituation. Stand: Anfang 2025.
Rechenbeispiel: Was kostet ein Forex-Trade tatsächlich?
Positionsgröße
1 Mini-Lot (10.000 €)
Spread (Ø 0,9 Pips)
0,9 × 1 USD = 0,90 USD
Kommission
0,00 USD
Swap (1 Nacht, ca. −0,50 USD/Mini-Lot)
−0,50 USD
Gesamtkosten dieses Trades
ca. 1,40 USD
Bei einem Mini-Lot liegen die Handelskosten für einen EUR/USD-Trade über Nacht also bei etwa 1,40 USD. Wer dieselbe Position als Daytrader am selben Tag schließt, spart sich die Swap-Gebühr und zahlt lediglich den Spread von rund 0,90 USD. Zum Vergleich: Bei einem Mikro-Lot (1.000 Einheiten) wäre der Spread-Aufwand nur noch etwa 0,09 USD – was den Forex-Handel auch mit kleinem Kapital kosteneffizient macht.
Nebenkosten und versteckte Gebühren im Überblick
Neben Spread, Kommission und Swap-Kosten gibt es weitere Gebühren, die bei der Brokerwahl und im laufenden Handel eine Rolle spielen können. Diese Nebenkosten werden gerne übersehen, können sich aber über die Zeit summieren.
Inaktivitätsgebühr
Einige Broker berechnen eine monatliche Gebühr, wenn das Handelskonto über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird. Bei XTB fällt nach 365 Tagen ohne Handelsaktivität eine Gebühr von 10 € pro Monat an, sofern noch Guthaben auf dem Konto liegt. Pepperstone erhebt keine Inaktivitätsgebühr – ein Vorteil für Trader, die nicht regelmäßig aktiv sind.
Währungsumrechnungskosten
Wenn Sie ein Konto in Euro führen, aber ein Währungspaar handeln, das in USD notiert ist (wie fast alle Majors), findet bei der Gewinn- und Verlustberechnung eine automatische Umrechnung statt. Diese Umrechnungskosten sind bei den meisten Brokern im Spread enthalten, können aber bei exotischen Kontowährungen oder bei der Auszahlung in einer anderen Währung separat anfallen. XTB berechnet für Währungskonvertierungen einen Aufschlag von 0,5 % auf den Wechselkurs.
Ein- und Auszahlungsgebühren
Einzahlungen sind bei den meisten regulierten Brokern kostenlos – unabhängig davon, ob Sie per Banküberweisung, Kreditkarte oder E-Wallet einzahlen. Bei Auszahlungen lohnt sich ein genauerer Blick: XTB erhebt eine pauschale Gebühr von 10 € für Auszahlungen unter 200 €. Pepperstone bietet generell kostenlose Ein- und Auszahlungen per Banküberweisung und E-Wallet an.
Slippage: Die unsichtbare Gebühr
Slippage bezeichnet die Abweichung zwischen dem gewünschten Ausführungskurs einer Order und dem tatsächlichen Kurs, zu dem sie ausgeführt wird. Bei hoher Volatilität – etwa rund um Zinsentscheidungen oder Arbeitsmarktdaten – kann der tatsächliche Einstiegskurs einige Pips vom erwarteten Kurs abweichen. Slippage ist keine vom Broker erhobene Gebühr im eigentlichen Sinne, aber ein realer Kostenfaktor, der das Ergebnis eines Trades beeinflusst. Broker mit schneller Orderausführung und direktem Marktzugang (STP/ECN) minimieren dieses Risiko.
Fazit: So halten Sie Ihre Forex-Handelskosten niedrig
Die Gebührenstruktur beim Forex-Handel ist insgesamt günstiger als bei vielen anderen Anlageklassen – vorausgesetzt, Sie kennen die verschiedenen Kostenfaktoren und berücksichtigen sie in Ihrer Handelsstrategie. Der Spread bleibt der wichtigste Kostenfaktor und kann über die Wahl des Kontomodells (Standard vs. Pro/Razor) beeinflusst werden.
Für Daytrader, die Positionen innerhalb eines Tages öffnen und schließen, sind enge Spreads und eine schnelle Orderausführung entscheidend – Swap-Gebühren spielen keine Rolle. Für Swing-Trader und langfristige Positionstrader hingegen können sich die täglichen Overnight-Kosten erheblich aufsummieren. In beiden Fällen gilt: Nutzen Sie das kostenlose Demo-Konto, um die tatsächlichen Handelskosten Ihres Brokers im Vorfeld genau kennenzulernen.
Hinweis: Beim CFD-Handel unterliegt Ihr Kapital einem Risiko. Der Finanzhandel (wie Devisen, Rohstoffe, Indizes und Aktien) mit einem Hebel ist mit einem hohen Risiko verbunden und daher nicht für sicherheitsbewusste Anleger geeignet. Ziehen Sie sorgfältig Ihre Ziele beim Investieren, Ihre finanzielle Situation, Ihre Bedürfnisse sowie Ihre Erfahrungen und Kenntnis der Materie in Betracht, bevor Sie mit dem Online-Handel beginnen. Beachten Sie, dass vergangene Gewinne keine Garantie für die zukünftige Performance sind. Beim Handeln und mit der Spekulation von Devisen oder Optionen können Sie Ihre Geldeinlage ganz oder teilweise verlieren. Handeln Sie nur mit Geld, dessen Verlust Sie sich problemlos leisten können.