Was ist ein Forex Standard-Konto?
Das Standard-Konto (auch Spread-Konto genannt) ist das meistgenutzte Kontomodell im Forex-Handel und der empfohlene Einstieg für Anfänger. Sein Prinzip ist denkbar einfach: Sämtliche Handelskosten sind bereits im Spread enthalten – also in der Differenz zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid) eines Währungspaares. Eine separate Kommission pro Trade fällt nicht an.
Wenn Sie beispielsweise EUR/USD handeln und der Spread 0,9 Pips beträgt, dann sind diese 0,9 Pips Ihre gesamten Handelskosten für den Einstieg in die Position. Es gibt keine versteckte Kommission, keine Gebühr pro Lot – nur den Spread. Das macht die Kostenberechnung für Einsteiger besonders transparent und nachvollziehbar.
Kurz erklärt: Bei einem Standard-Konto zahlen Sie pro Trade genau einen Kostenfaktor – den Spread. Je enger der Spread, desto günstiger der Trade. Ob Sie 0,01 Lot oder 5 Lot handeln: Die Kostenlogik bleibt identisch.
So funktioniert das Spread-Modell in der Praxis
Der Spread im Standard-Konto ist variabel, das heißt er schwankt je nach Tageszeit, Marktliquidität und Nachrichtenlage. Während der Überlappung der London- und New-York-Sitzung (14:00–18:00 Uhr MEZ) sind die Spreads am engsten, in den ruhigen Nachtstunden (Asien-Session) etwas breiter. Bei wichtigen Wirtschaftsdaten wie den US Nonfarm Payrolls können die Spreads kurzfristig deutlich ansteigen.
Kostenberechnung am Beispiel
Positionsgröße0,01 Lot (1.000 Einheiten)
Spread EUR/USD0,9 Pips
Pip-Wert (Micro-Lot)0,10 USD
Kommission0 €
Gesamtkosten0,09 USD ≈ 0,08 €
Positionsgröße1,0 Lot (100.000 Einheiten)
Spread EUR/USD0,9 Pips
Pip-Wert (Standard-Lot)10,00 USD
Kommission0 €
Gesamtkosten9,00 USD ≈ 8,30 €
Zusätzlich zum Spread fällt eine Swap-Gebühr (Overnight-Finanzierungskosten) an, wenn Sie eine Position über Nacht halten. Diese ist allerdings unabhängig vom Kontomodell und identisch bei Standard- und Pro-Konto.
Vorteile und Nachteile des Standard-Kontos
Vorteile
- Maximale Kostentransparenz: Nur ein Kostenfaktor (Spread)
- Keine Kommission – ideal für kleine Positionsgrößen
- Einfache Kostenberechnung vor jedem Trade
- Keine Mindesteinzahlung (XTB & Pepperstone)
- Micro-Lots (0,01 Lot) für kleinstes Risiko
- Ideal für Einsteiger, Swing-Trader und Positionstrader
Nachteile
- Breitere Spreads als beim ECN-/Pro-Konto
- Bei hohem Handelsvolumen teurer als Kommissionsmodell
- Variable Spreads weiten sich bei Nachrichten stärker
- Nicht optimal für Scalper (engste Spreads entscheidend)
XTB Standard vs. Pepperstone Standard
Beide Broker bieten ein Standard-Konto ohne Kommission an. Die Unterschiede liegen im Detail – bei den durchschnittlichen Spreads, den verfügbaren Plattformen und den Nebenkosten.
EUR/USD Spreadab 0,8 Pips (Ø 0,9)
Kommission0 €
Kosten 1 Lot Roundturn≈ 9 USD
PlattformxStation 5
MindesteinzahlungKeine
Kleinste Lot-Größe0,01 Lot
Inaktivitätsgebühr10 €/Monat nach 365 Tagen
Echte Aktien/ETFsJa – 0 % bis 100.000 €/Monat
EUR/USD Spreadab 1,0 Pips (Ø 1,1)
Kommission0 €
Kosten 1 Lot Roundturn≈ 11 USD
PlattformenMT4, MT5, cTrader, TradingView
MindesteinzahlungKeine
Kleinste Lot-Größe0,01 Lot
InaktivitätsgebührKeine
SteuerabführungAutomatisch für DE-Kunden
Welches Standard-Konto passt besser? XTB bietet den engeren Spread beim Standard-Konto und mit xStation 5 eine besonders intuitive Plattform für Einsteiger. Pepperstone punktet mit vier Plattformen (TradingView-Integration ist ein großes Plus), keiner Inaktivitätsgebühr und automatischer Steuerabführung für deutsche Trader. Wer sich die Steuererklärung vereinfachen möchte, fährt mit Pepperstone komfortabler.
Für wen eignet sich das Standard-Konto?
Das Standard-Konto ist die richtige Wahl für die große Mehrheit der Forex-Trader. Insbesondere für diese Gruppen ist es optimal geeignet:
Einsteiger und Fortgeschrittene, die den Forex-Handel gerade erlernen oder bereits erste Erfahrungen haben, profitieren von der einfachen Kostenstruktur. Sie müssen nicht zwischen Spread und Kommission hin- und herrechnen, sondern sehen im Orderticket sofort den kompletten Kostenfaktor. Zusammen mit Micro-Lots und dem Demo-Konto als Vorstufe ergibt sich ein sicherer Lernpfad.
Swing-Trader und Positionstrader, die Positionen über Tage oder Wochen halten, profitieren ebenfalls. Bei wenigen Trades pro Woche ist der marginale Spread-Aufschlag gegenüber dem Pro-Konto vernachlässigbar. Der Swap (Overnight-Gebühr) ist ohnehin bei beiden Kontomodellen identisch und fällt bei langfristigen Positionen deutlich stärker ins Gewicht als der Spread.
Gelegenheitstrader, die wenige Trades pro Monat setzen, haben beim Standard-Konto keine Fixkosten. Es gibt keine Mindesteinzahlung, keine Inaktivitätsgebühr (bei Pepperstone) und keine monatlichen Gebühren – Sie zahlen nur, wenn Sie tatsächlich handeln.
Wann lohnt sich der Wechsel zum Pro-/ECN-Konto?
Das Standard-Konto hat einen „Kipppunkt": Ab einem bestimmten Handelsvolumen wird das Pro-/ECN-Konto mit seinen engeren Rohspreads günstiger – selbst unter Einbeziehung der festen Kommission. Dieser Kipppunkt liegt in der Praxis bei etwa 5–10 Standard-Lots pro Monat Handelsvolumen.
| Monatliches Volumen |
Standard-Konto (Kosten ca.) |
Pro-/ECN-Konto (Kosten ca.) |
Empfehlung |
| 1–5 Lots / Monat |
9–45 USD |
6–40 USD |
Standard – Einfachheit überwiegt |
| 5–20 Lots / Monat |
45–180 USD |
30–120 USD |
Pro lohnt sich zunehmend |
| 20+ Lots / Monat |
180+ USD |
120+ USD |
Pro – deutliche Ersparnis |
Praxis-Tipp: Beide Broker ermöglichen den Wechsel zwischen Standard und Pro mit wenigen Klicks. Sie müssen kein neues Konto eröffnen und kein Kapital umbuchen. Starten Sie mit dem Standard-Konto, sammeln Sie Erfahrung und beobachten Sie Ihr monatliches Handelsvolumen. Wenn Sie regelmäßig über 5–10 Lots pro Monat handeln, ist der Wechsel zum
Pro-/ECN-Konto der logische nächste Schritt.
Fazit: Das Standard-Konto als optimaler Startpunkt
Das Standard-Konto vereint alles, was Einsteiger brauchen: eine verständliche Kostenstruktur ohne Kommission, Zugang zu allen Lot-Größen und Handelsmöglichkeiten, keine Mindesteinzahlung und die Möglichkeit, jederzeit zum Pro-Konto zu wechseln. Der Spread-Aufschlag gegenüber dem ECN-Modell beträgt typischerweise nur 0,5–1,0 Pips – ein vertretbarer Preis für die Einfachheit, besonders bei kleinen bis mittleren Handelsvolumina.
Beim CFD-Handel unterliegt Ihr Kapital einem Risiko. Der Finanzhandel mit einem Hebel ist mit einem hohen Risiko verbunden und nicht für sicherheitsbewusste Anleger geeignet. Handeln Sie nur mit Geld, dessen Verlust Sie sich problemlos leisten können.